Bildungsanstalt für Elementarpädagogik
Brennerweg 8 | 2130 Mistelbach

Kindern mehr zutrauen – gerade auch beim Thema Tod, Sterben und Trauer
Workshop mit Angela Siquans an unserer Schule

Tod, Sterben und Trauer sind gesellschaftlich tabuisierte Themen, auch wenn junge Menschen bis zu ihrem 18. Lebensjahr 250.000 Leichen über Internetportale oder dem Fernsehen gesehen haben. Doch naturgemäß ist nichts so sicher wie der Tod. Daher ist es für angehende KindergartenpädagogInnen wichtig, sich schon frühzeitig mit dem letzten Abschied im Kontext des Kindergartens auseinanderzusetzen.

Genau dies stand im Fokus eines Nachmittages, den die langjährige Koordinatorin des „Mobilen Caritas Hospiz NÖ“, Angela Siquans, mit Schülerinnen der 5 AK und 5 BK am 24.11.2015 durchführte. Kann man Kindern die Wahrheit über eine schwere Erkrankung eines Elternteiles zumuten? Sollen Kinder auf Begräbnisse mitgenommen werden? Was verstehen Kinder entsprechend ihrem Alter überhaupt unter dem Tod? Diese Fragen wurden von der Mitarbeiterin der Caritas von der Erzdiözese Wien im Rahmen des Religionsunterrichtes fachmännisch und einfühlsam beantwortet, wobei viel Raum für die Praxiserfahrungen der Schülerinnen blieb. Die Grundaussage des Workshops lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Oft scheuen sich Familien, in denen ein Elternteil an Krebs erkrankt ist, Kindern die Wahrheit zu sagen, um ihnen Leid, Trauer und Sorgen zu ersparen. Die kindliche Vorstellung über die Situation ist jedoch meist viel schlimmer als die Realität. Kinder haben feine Antennen – sie spüren die Bedrohung intuitiv. D.h. je weniger sie über den Tod „aufgeklärt“ sind, umso stärker werden diese Bedrohung und die Phantasie angeregt. Wenn sie im Unklaren gelassen oder mit Beschwichtigungen abgespeist werden, fühlen sie sich im Stich gelassen und verlieren ihr Vertrauen. Dies kann den Schülerinnen der 5AK und BK dank Angela Siquans jedenfalls nicht mehr passieren. Wir danken ihr für ihr wichtiges Engagement!