Bildungsanstalt für Elementarpädagogik
Brennerweg 8 | 2130 Mistelbach

Workshop Paul Zulehner

Kirche braucht keine Halleluja-Schlümpfe, sondern engagierte Christen

Der bekannte Pastoraltheologe Paul Zulehner sprach in unserer Schule über eine arme Kirche des Papst Franziskus.

Das Engagement für arme Menschen zählt ebenso wie die Vision einer Kirche, die die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute kennt, zu den Kernbotschaften von Papst Franziskus. Zu diesen aktuellen Fragen gestaltete der Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner am 17. September einen Workshop an unserer Schule. Schließlich hatte er sich damit auch erst kürzlich in seinem neuesten Buch mit dem Titel „Auslaufmodell. Wohin steuert Franziskus die Kirche?“ zu Wort gemeldet.

Vor den 5. BAKIP- und 5. HLW-Klassen unserer Schule, aber auch einigen spontan dazu gekommenen Klassen aus der HAK, beleuchtete der emeritierte Universitätsprofessor den persönlichen Lebensstil, die politischen Visionen und nicht zuletzt die Kirchenreformen des Papstes. Dabei wurde deutlich, dass viele revolutionäre Ideen im Evangelium, dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) und dem Vorbild des heiligen Franz von Assisi wurzeln. „Papst Franziskus möchte eine zeitgemäße Kirche, die nicht nur im Gebet verankert ist, sondern sich auch für gerechte Gesellschaftsverhältnisse einsetzt“, fasste Paul Zulehner die Herausforderungen für die nächste Generation zusammen. „Kirche braucht keine Halleluja-Schlümpfe, sondern politisch-engagierte Christen.“ Der Pastoraltheologe zitierte abschließend den Atheisten Eugenio Scalfari: „Das ist Papst Franziskus. Wenn die Kirche so werden wird, wie er sie denkt und will, wird sich eine Epoche ändern.“

Dass sich die anwesenden jungen Menschen durchaus für eine lebenswerte, gerechtere Welt- und Kirchenordnung einsetzen wollen, wurde in der anschließenden angeregten Diskussion offenbar. An Kritik an Kirche sparten die jungen Menschen umgekehrt auch nicht: Warum überdenke Kirche nicht endlich ihre Position gegenüber homosexuellen Paaren und Eltern? Warum gibt der Papst Frauen nicht mehr Macht in der Kirche? Warum dürfen Priester nicht heiraten? Der Workshop, der von Elisabeth Fónyad-Kropf organisiert wurde, wurde durch eine Meditation beendet, wo besonders an den kürzlich ertrunkenen kurdischen Jungen, Aylan Kurdi, gedacht wurde. Die 5 AK, die die Meditation ebenso wie den Schulschlussgottesdienst musikalisch und durch stimmungsvolle Texte gestaltete, erhielt schließlich gemeinsam mit Paul Zulehner einen tobenden Applaus.

Danke also an alle Beteiligten für diesen Vormittag – allen voran Paul Zulehner –, der uns Papst Franziskus ebenso wie Möglichkeiten für ein engagiertes Christsein in der Welt von heute aufzeigte!